grüneres Gras

P1100252 (2)Heute Morgen war ich bei einem Brunch eingeladen und weil die tolle Julia bei uns wohnt, konnte ich ohne meine Kinder dorthin. Da keiner der Gäste Kinder hatte, waren die Gesprächsthemen andere als ich es gewohnt bin. In Nebensätzen ging es immer wieder um die letzte Nacht, dass es sehr spät bzw. früh geworden war und der dadurch entstandene Schlafmangel echt anstrengend…Meine Nacht war auch anstrengend. Allerdings nicht, weil ich meinen Körper zu fetten beats bewegte, sondern, weil ich den Körper meiner Jüngsten in meinen Armen wiegte. Meine Großen hatte ich gestern super lange spielen lassen, in der Hoffnung, dass wir alle heute Morgen etwas länger schlafen, um 6.30 Uhr stand meine Große auf:“ Mama, ich hab Hunger.“ Die Wochenenden als Mama unterscheiden sich von den anderen Wochentagen dadurch, dass ich mir mehr Programm einfallen lassen muss, weil keine Schule/Kindergarten/Verein ist. Vor ein paar Jahren noch hätte ich den Brunch frustriert verlassen mit dem Gedanken, dass es den anderen viel besser geht als mir. Mir kam das Gras der anderen immer grüner vor, das Leben der anderen immer besser. Super Nährboden für Unzufriedenheit. Das machte mich irgendwann so unzufrieden, dass ich mich mit meiner Unzufriedenheit auseinandersetzte und damit ein Prozess begann für dessen Ergebnis ich heute sehr dankbar bin. Ich ging nach Hause und war einfach zufrieden. Klar wünsch ich mir erholsamere Wochenenden, aber ich habe mich fürs Muttersein entschieden und irgendwann steh ich sicher am Fenster und denke nachts, wenn ich nicht schlafen kann, weil meine Mädels noch nicht zu Hause sind: Ach, als sie noch klein waren, da konnte ich sie wenigstens noch im Arm halten und wusste, dass sie zu Hause sicher sind. Zufriedenheit ist nicht nur ein Gefühl habe ich festgestellt und ob sie in meinem Leben blüht kann ich durchaus mit beeinflussen, glaube ich zumindest.P1100250 (2)

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Leben feiern

P1100231 (2)Die Feste feiern wie sie fallen. Den Alltag feiern, das Alltägliche feiern, weil es nichts besonderes, aber  liebenswert, lebenswert, lohnenswert, dankenswert ist. Das Leben feiern, weil die Ärmchen meiner Kleinsten sich fest um meinen Hals legen, weil das lebhafte Erzählen meiner Großen mich rührt und wenn ihre Augen groß werden beim Aufbau des Spannungsbogen, weil es ein schönes Picknick im Grünen gab, weil der Milchkaffee auf der Picknickdecke besonders schmeckte, weil die Sonne so hell und warm schien, weil sich eine Freundin Zeit nahm für mich und meine Kinder, weil Kinderlachen so schön klingt, weil Natur etwas wundervolles ist, weil die heiße Dusche, wenn alle Kinder schlafen so entspannt, weil wir wieder genug zu essen und zu trinken hatten… Ein ganz normaler Samstag – ein Fest zum feiern.

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Badgeflüster

Das Leben mit Kindern ist Vieles, auch alltagstauglich, situationsbedingt und lebensnah. Und so bin ich heute wieder einmal dankbar für ein Gespräch mit meinen ladies, für das Badgeflüster, dass gar kein Flüstern war, weil es nichts mit Heimlichkeit, mit Scham, mit Peinlichkeit zu tun hatte. Ich wickelte meine Kleinste und die beiden Großen ihre Babys, Bella und Lisa. Und dann stellten sie mal wieder ihre Fragen dazu, wie ein Kind in den Bauch einer Frau kommt, dazu, ob es auch mal in ihren Bauch kommt. Und schon sind wir im Gespräch. Meine Kinder kennen den Storch nicht, der die Babys bringt und das mit den Bienchen habe ich selber nie ganz verstanden. Ich bleibe bei dem wie es ist, in kindgerechter Sprache ohne zu verniedlichen, ohne überfordernder Details. Mir ist es so wichtig sprachfähig zu sein für meine Kinder, mit meinen Kindern, sie sprachfähig zu machen. Jetzt scheint mir das noch einfacher, als wenn ich mich irgendwann an den Tisch setzte und vom Aufklären anfange. Nein, das Leben bringt die Fragen und die Antworten gibt es jetzt, nicht erst später, wenn sie alt genug sind. Wann sind sie das eigentlich? Es ist ein ganz natürliches Gespräch, hat nichts mit Heimlichkeit, Scham, Peinlichkeit zu tun und ich hoffe sehr, dass sie diese Atmosphäre unbewusst prägt und wenn es irgendwann, später, wenn sie älter sind, reales Thema in ihrem Leben wird und die Fragen andere werden, persönlicher, dann hoffe ich, dass wir auch dann noch zum Badgeflüster zusammen treffen, wahrscheinlich nicht mehr ganz so frei, nicht mehr ganz so alltäglich, nicht mehr ganz ohne Scham, aber hoffentlich sprachfähig…P1100207 (2)

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Konzert

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Unsere gebastelte Vogelfutterstelle für den Winter.

Es gibt einen Tag im Jahr an dem ich etwas immer Wiederkehrendes bewusst wahrnehme. Heute Morgen war dieser Moment für den ich sehr dankbar bin. Das Vogelgezwitscher in den frühe Morgenstunden, dann wenn die Zugvögel zurückgekehrt sind und ich es wahrnehme. Das Singen, Zwitschern, Tirilieren-wunderschön. Es ist noch kein Wort gesprochen, noch kein Gedanke zu ende gedacht, noch kein Lied angestimmt und die Vögel begrüssen auf ihre ganz eigene wunderschöne Art und Weise diesen neuen Tag. Als meine Große dann aufstand und zu mir kam, auch sie hatte noch kein Wort gesprochen, noch keinen Gedanken zu ende gedacht, noch kein Lied angestimmt, da legte ich meinen Finger an die Lippen und sagte: „Hör mal.“ Ganz konzentriert hörte sie zu und sagte: „Das klingt so schön fröhlich.“ Ich bin dankbar für diese fröhliche Morgenbegrüßung, diesen bewussten Moment und dass dieses Konzert der besonderen Art jeden Morgen wieder hörbar ist.

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Leben eben

Alles hatte ich vorbereitet, damit ja kein Stress aufkommt. Ranzen und Rucksack waren gepackt, meine Materialien, für meine ehrenamtliche Tätigkeit heute Morgen, im Korb verstaut, Frühstück vorbereitet, Kleidung rausgelegt, als ich meine Kinder wecke war ich schon längst im Bad gewesen und der erste Koffein rinnt durch meine Venen. Aber es läuft trotzdem nicht reibungslos, P1100188 (2)weil meine Große lieber spielen, als in die Schule will und meine Mittlere nicht mit zum Kindergartenausflug möchte. Obwohl wir irgendwann mal rechtzeitig waren wird es knapper, hektischer, stressiger… Als wir das Haus verlassen gab es schon Tränen bei den Großen und ich bin nassgeschwitzt, dabei ist der Tag erst 2 1/2 Stunden alt. Später bekomme ich von einer Freundin Nachrichten, die mich sehr beschäftigen und  einen Brief, der mich sorgenvoll in die Zukunft blicken lässt. Als ich später mit meinen Kindern unterwegs bin und meine Kleinste unter Protest in den Buggy schnalle, macht eine ältere Dame lustig gemeinte Bemerkungen darüber, wie Eltern ihre Kinder schikanieren. Sie kann nicht wissen, dass ich mich heute als Mutter schon schlecht genug fühle, ich suche das Weite. Und als ich auf den Spruch stoße: Wenn der Tag nicht dein Freund war, so war er dein Lehrer. kann ich dem auch nicht mehr viel abgewinnen. Ich weiß, ich bin ziemlich emotional. Und dafür bin ich dankbar. Nicht, dass ich so emotional bin, sondern, dass ich um meine Eigenarten weiß. So ist das Leben eben, mein Leben jedenfalls. Es gibt diese Tage, an denen mir alles zuviel wird und mein Mann einen Anruf bekommt indem ich ihm erkläre, dass heute genau der richtige Tag wäre um ein Aussteigerleben zu beginnen. Stadtkindern wird doch sowieso Bewegungsmangel vorgeworfen, also, lass uns in den Wald ziehen und das ursprüngliche Leben beginnen…Ich bin dankbar, dass solche Tage selten sind, dankbar, dass nach Regen Sonnenschein kommt und nach der Nacht der Tag. So ist der Lauf der Dinge und das Leben eben, meins jedenfalls.

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zuhören

Ich überlege, ob gewisse Entwicklungsschritte auch mit der Bedeutung zu tun haben, wie wichtig die Sache ist. Also, was zuerst entwickelt ist, ist auch das Wichtigere oder hat mehr Bedeutung? hörenWahrscheinlich nicht. Trotzdem habe ich heute etwas von einem Entwicklungsschritt meiner Jüngsten gelernt. Ich bin eine Vielrederin. Das Wort kennt ihr nicht? Dann kennt ihr mich nicht. Ich bin ständig am Quasseln und Quatschen, wenn ich unter Leuten bin. Das mach ich gar nicht absichtlich, aber ich habe das Gefühl so viel erzählen und teilen zu müssen. Das kommt dann nicht gut, wenn ich eigentlich zuhören sollte. Meine Kleinste versteht schon echt viel. Heute Morgen sagte ich zu ihr: Mach mal bitte die Tür zu. Schon wackelte sie dorthin und schlug sie zu. Wenn ich zu den 2 anderen ladies sage, sie sollen Zähne putzen, dann wackelt meine Kleinste oft als erste ins Bad. Sie kann noch keinen Satz, ihr Wort ist Mama und so heißen alle, nicht nur ich, sondern ihr Papa, Julia, die bei uns wohnt, ihre Schwestern. Sie kann noch nicht reden, aber zuhören und dadurch hat sie schon so viel gelernt! Und heute Mittag wurde mein Morgengedanke zum Danke. Denn als meine Tochter von der Schule erzählte, da hörte ich einfach mal nur zu. Nicht alles kommentieren, reingrätschen, um noch einen erzieherischen Kommentar loszuwerden. Einfach nur zuhören, dadurch fühlte sie sich ermutigt und ich hörte, was sie in der Schule so beschäftigt, was sie emotional fordert und wo sie sich unsicher fühlt. Ich will das wieder mehr üben das Zuhören und Wahrnehmen und für dieses wieder bewusst werden einer alten Erkenntnis, bin ich heute dankbar.

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langjährig

P1100167 (2)Langjährige Freundschaften sind etwas besonderes und je älter ich werde, desto mehr lerne ich das zu schätzen. Wenn man gemeinsam schon verschiedene Lebenssituationen mitbekommen und begleitet hat. Wenn man dann immer noch zueinander hält, obwohl man sich nicht nur in guten Phasen erlebt hat. Ich schätze mich glücklich eine solche Freundin zu haben. Die Hälfte unseres Lebens gehen wir schon miteinander und wir haben nur kurze Zeit an einem Ort gewohnt. Und ich bin dankbar für ihre Treue und ihr sanftmütiges Wesen, aber ich brauche nicht lange darüber nachzudenken für was ich am dankbarsten bin: Eine Station ihres Lebens war schwierig und kompliziert, mit vielen Fragen gepflastert, mit Unsicherheiten, die ihre damalige Beziehung betraf. Und wir redeten und analysierten und dachten nach und rekonstruierten Situationen, ob dieser jene es sein sollte…? Heute war sie am Nachmittag zu Besuch, sie hat sich auf den Weg gemacht, mit ihrer kleinen Tochter und ihrem Mann, ein anderer Mann. Dieser bei dem sie sich sicher ist, der sie wertschätzt, der sie annimmt, der sie liebt. Heute bin ich dankbar und glücklich, weil sie dankbar und glücklich ist.

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punkten

Ich lese nicht so gerne Nachrichten, vorallem nicht über Menschen im Zeitabschnitt der Jugend. Da ist von ständigem Komasaufen die Rede, vom Hängen vor dem Smartphone, vom nicht mehr im Wald spielen können, vom Bewegungsmangel, von viel zu frühen sexuellen Erfahrungen, von Diäten schon mit 10. Ich mag diese Nachrichten nicht, schiebe sie weg, weil ich Angst habe, um die, die später mal in die Politik gehen, die später mal Menschen in Krankenhäusern helfen,Playmobil-Krankenhaus die später mal Familien gründen, die später mal führende Positionen in Firmen bekommen… Heute habe ich während des Gottesdienstes das Programm für die 11jährigen und plus gemacht, an der Schwelle zur Pubertät. Da ich fest an Gott glaube, erzähle ich jedem davon, der es hören will-es ist freiwillig! Und einer der Jungs erzählt mir, dass er gerade das Neue Testament durchliest. Ich bin begeistert. Weil er Computerspiele spielt, Fernsehen guckt, bei Instagram ist, Facebook weiss ich jetzt nicht, aber er sieht Plakatwerbung, Kinowerbung, er sieht Talkshows und Castingshows und er wird geprägt-von unseren Medien, unserer Gesellschaft. Genauso wie ich auch. Und es freut mich, dass er etwas liest, dass sicher nicht besonders cool ist, damit kann er auf der nächsten Party nicht punkten und punktet doch, für sein Leben glaube ich. Denn die Werte der Bibel handeln von Nächstenliebe, nicht von Abgrenzung; von Selbstannahme, nicht vom Erreichen eines Ideals; von Partnerschaft, nicht von sexueller Beliebigkeit; vom Vergeben, nicht vom Vergessen oder Verdrängen; von Selbstliebe nicht vom Zur-Schau-stellen; von Gott, nicht von etwas was man für göttlich hält. Heute Morgen hatte ich 18 Jungs und Mädels vor mir, die Spaß hatten am gemeinsamen Spielen, die respektvoll miteinander umgingen, die sich gegenseitig zuhörten. Und diese machen mir Hoffnung, machen mich dankbar. Denn sie gehören auch zu denen, die später mal in die Politik gehen, die später mal Menschen in Krankenhäusern helfen, die später mal Familien gründen, die später mal führende Positionen in Firmen bekommen…

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3.

Vor ca. 1 1/2 Jahren verabschiedete ich mich sehr bewusst von meiner Nähmaschine, ich ging davon aus sie lange nicht mehr benutzen zu können. Ich versuchte viel vorzuschlafen, was natürlich nicht ging, aber alle Nächte am Stück sehr bewusst wahrzunehmen. Ich schrieb mir eine Liste auf der alle Dinge standen, die in Zukunft nicht mehr gehen würden. Nicht, weil ich so negativ veranlagt bin, sondern, weil es mir hilft Situationen besser zu meistern, wenn ich weiß was auf mich zukommt oder was nicht möglich sein wird. Mich schützt solches bewusstes Wahrnehmen vor undefinierbarem Frust. Und heute Morgen als ich mein 3. Töchterchen aus dem Bett hob, fiel mir ein, dass so vieles gar nicht so schlimm kam, wie ich es erwartet habe. Ich dachte, ich wäre dauerfertig. Keine Frage ein Kind ist ein Kind, aber so schlimm wie ich es erwartet hatte, wurde es nicht. Im Gegenteil meine 3. Tochter kann ich sehr genießen. Ich mache mir zwar auch so meine Gedanken, aber längst nicht solche Szenarien wie bei meiner ersten Tochter. Heute bin ich einfach dankbar, dass trotz meiner Ängste, Unsicherheiten und Sorgen unsere Jüngste unsere Familie bereichert und uns geschenkt wurde.P1100143 (2)

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Alltagsheldin

P1100130 (2)Im Aldi an der Kasse stehe ich, weil ich nur kurz noch was kaufen musste das ich fürs Mittagessen brauche. Die Schlange ist ziemlich lang, ich reihe mich ein. Vor mir steht eine alte Dame. In ihrem Wagen ist nicht viel drin. Sie lebt bestimmt alleine. Hoffentlich ist sie nicht einsam. Sie sieht so nett aus, ordentlich die Haare, schön dezent geschminkt, knallige rote Tasche. An der Schlange läuft eine andere ältere Frau vorbei um sich auch einzureihen. Sie kennt die Frau vor mir, Begrüßung, dann hebt sie den Ton und ruft: „Das gibt’s doch nicht, nur eine Kasse offen. Das ist doch nicht die Möglichkeit.“ Ihr Ton ist barsch und eigentlich sagt sie das nicht zu ihrer Bekannten vor mir in der Reihe, sondern zu der Kassiererin. Ein Rentner (altersmäßig wage ich das zu behaupten) fühlt sich ermutigt und sagt auch lauter als nötig: „So eine lange Schlange, das ist ja unverschämt.“ Eine Mutter mit Kind im Buggy sagt erklärend, wieder mehr zur Kasse gewandt, als zu den Umstehenden: „Bei Lidl gibts das nicht. Da wird sofort eine Kasse aufgemacht, wenn mehr als 2 Leute anstehen.“ Ich bin still. Mir ist das irgendwie unangenehm, dieser Ton, die Art und Weise. Ich stehe echt ungern an, weil ich echt ungeduldig bin. Andererseits ist mir völlig klar, dass ich an anderen Stellen meines Tages effektiver und strukturierter sein könnte um Zeit zu gewinnen und dass die Wartezeit in der Schlange kein existentieller Zeitverlust ist, für den ich die Kassiererin verantwortlich machen könnte. Die ältere Dame vor mir in der Schlange hebt nun auch ihre dünne Stimme. Sie ergreift Partei für das Aldipersonal, dass sie noch so viel nebenher machen müssen, dass doch gerade die schlimme Krankheitszeit ist und sicher jemand ausgefallen ist. Sie läuft nach vorne, bittet höflich und freundlich um Öffnung einer weiteren Kasse, direkt an die Kassiererin gerichtet. Die Leute um sie verstummen und stellen sich an. Ihre Bekannte, die nun an der weiteren Kasse bedient wird, bedankt sich beim Personal und wünscht ein schönes Wochenende. Freundlichkeit kann ansteckend sein. Und die Frau vor mir wird zur Alltagsheldin, zu meiner Alltagsheldin, weil sie nicht mosert, sondern tut, nicht vorwurfsvoll, sondern freundlich, nicht durch indirekte Ansagen, sondern durch direkte Offenheit. Sie hat Servietten aufs Band gelegt. Ich hoffe, dass sie Besuch erwartet am Wochenende und nicht alleine ist. Für diesen Augenblick mit der alten Dame, die eine kleine Alltagssituation verändert hat, bin ich heute dankbar.

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achtlos

P1100110 (2)P1100117 (2)Es gibt so viele Dinge an denen ich achtlos vorbei laufe, weil sie so unscheinbar wirken, nicht wert beachtet zu werden, fast unsichtbar. Aber würden sie im täglichen Einerlei nicht einfach passieren, würden sie nicht stattfinden, sondern ausfallen, dann gäbe es ein Aufschreien, Unsicherheit, mit der Zeit Gestank, Ungeziefer, Krankheiten, Chaos. Heute Morgen wurde ich, als ich durch unser Städtchen ging sehr dankbar für die Müllabfuhr. In regelmäßigen Abständen, in verlässlichem Rhythmus wird mein Müll abgeholt. Ich bin den Männern dankbar, die sich darum sorgen, dass ich mich um die Müllentsorgung nicht sorge.P1100118 (2)P1100116 (2)P1100119 (2)P1100111 (2)

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Wind einfangen

P1100097 (2)Ich liebe Bücher. Egal wie sich die technische Welt weiterentwickelt, ich bleibe dem gedruckten Wort treu. Und es kommt nicht nur auf den Inhalt an, sondern auch auf die Art und Weise wie sich ein Autor ausdrückt, welche Worte er findet um seinem Gefühl einen Ausdruck zu geben, seinen Gedanken eine Form… Früher habe ich jedes Buch fertig gelesen, egal wie schlecht ich es schon ab Seite 5 fand. Heute bin ich der Meinung, dass Zeit zu begrenzt ist für schlechte Bücher und ich bin so tollkühn und lege sie nach Seite 10 weg… Ein Buch werde ich meine Leben lang immer wieder lesen, das ist die Bibel. Es gibt Bücher in der Bibel, die mich besonders ansprechen, nicht nur der Inhalt, sondern auch die Art und Weise wie sich der Autor ausdrückt um seinem Gefühl Ausdruck zu geben, seinen Gedanken eine Form…dazu gehört auch das Buch Prediger. Ich mag die Worte, die er wählt, die Fragen die er stellt und den philosophischen Ansatz mit seiner Frage, was das Leben und das Arbeiten für einen Sinn haben…und immer wieder sagt er: Das ist Haschen nach dem Wind…Das klingt so schön. Und es ist eine  Aussage für die ich heute dankbar bin:  Zufrieden sein mit dem was ich habe. Dass  ein erfüllter Wunsch 10 neue Wünsche hervorbringt ist nicht nur ein Problem unserer Zeit. Die Aussage, die für den Autor zur Erkenntnis und für mich zur Lebensweisheit wird klingt gut und ist so wahr:  Es ist besser, du bist zufrieden, mit dem was du hast, als wenn du immer nach noch mehr Dingen verlangst. Denn auch das ist sinnlos und wie der Versuch den Wind einzufangen. Prediger 6,9P1100093 (2)

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lernen

Alltagslektion. Meine Kleinste steht morgens vor dem Spiegel und kämmt sich (so gut sie eben kann) die Haare mit dem tangle teezer. Wenn wir gegessen haben wackelt sie in die Küche und hat oft ihr Schälchen und ihren Becher in der Hand um diese in die Küche zu bringen. Und Zähne putzen gehört fest in ihre Tagesroutine. Keines dieser Dinge habe ich ihr beigebracht. Ich habe sie noch nie gebeten ihre Haare zu kämmen. Bis jetzt wäre ich auch noch nicht auf die Idee gekommen, sie in häusliche Alltagspflichten mit einzubeziehen und sie putzte schon Zähne, da hat es sich in meinen Augen noch gar nicht gelohnt. Aber sie hat große Schwestern. P1100089 (2)Die machen all diese Dinge und sie schaut zu, macht es nach, lernt an ihren Beispielen. Und ich stelle fest, dass das bei mir immer noch so ist. Ich sehe etwas im Leben eines anderen, was meine Aufmerksamkeit weckt, was mich neugierig macht, was mich inspiriert und lerne von anderen, weil andere mir zum Vorbild weden. Ich habe eine Freundin mit 3 Kindern (in fast gleichem Alter wie meine) und mag es so, wie sie mit ihren Kindern umgeht, wie sie mit ihnen redet, auf sie Rücksicht nimmt. Ich lerne. Ich habe eine Freundin, die hat 4 Töchter und ich mag es wie sie mit und über sie redet, wie sie ihnen ein Gegenüber sein will (vor allen den 3 älteren) und so wie die Kinder über sie reden das auch schafft und dabei immer so schön gepflegt aussieht. Nicht wie ich mir eine berufstätige Mutter mit 4 Töchtern vorstellen würde. Ich lerne. Ich habe eine Freundin, die immer wieder auf meine 3 Mädels aufpasst und sich um so viele Menschen kümmert und so viel Liebe für Menschen hat und ein so großes Herz, dass sich jeder in ihrer Gegenwart wohlfühlt – ehrlich jeder. Ich lerne. Ich habe eine Freundin, die hat ein unglaublich schön eingerichtetes Haus und ist so wahnsinnig organisiert und strukturiert, dass ich nach einem Besuch bei ihr immer eine praktische Idee zu Hause oder in meiner Organisation umsetzte. Ich lerne. Ich habe ein Freundin, die sich beruflich gerade mit so viel Engagement etwas Eigenes aufbaut, dass ich fasziniert dabei zuschaue. Ich lerne. Es gibt endlose Beispiele… Ich bin dankbar für so viele wertvolle Impulse, die ich bekomme, einfach weil ich wunderbare Menschen in meinem Umfeld habe, die ich beobachten darf und dass ich nicht mehr wie früher denke:  Warum bin ich nicht so oder habe ich das nicht?, sondern viel mehr die Inspiration darin für mich entdecke und mir das was mir gefällt zum Vorbild nehme und versuche zu lernen. Denn vieles was mir in meinem Leben wichtig ist, habe ich durch das Leben gelernt, durch das Leben anderer, die mir zum Vorbild wurden. Und dafür bin ich dankbar.

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nicht switchen

Genial! Mein Mann hat in der Schulzeit Urlaub und das bedeutet meine nichtvorhandene Multitaskingfähigkeit darf sich etwas erholen. Am meisten merke ich das bei den Hausaufgaben mit der Großen.20150223_142415 (2) Ich musste nicht hin- und herswitchen zwischen verschiedenen Anforderungen und Bedürfnissen der 3, sondern die 2 kleineren Schwestern hatten Papa und die Große hatte Mama und alle hatten Zeit. Und das waren tolle Hausaufgaben in entspannter Atmosphäre und dafür bin ich heute sehr dankbar!!!

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Freunde

Wir wohnen nicht mehr in den Städten in denen wir geboren wurden, wir wohnen nicht mehr an dem Ort, an dem wir uns kennenlernten, wir wohnen nicht mehr in der Stadt in der wir heirateten…Umzüge sind immer mit Abschied verbunden, mit loslassen, mit Unsicherheiten… Aber an all den Orten, in denen wir bisher gewohnt haben begegneten uns wunderbare Menschen, die unser Leben bereichern, unsern Horizont erweitern. Und auf der Rückreise von Hessen nach Baden-Württemberg besuchten wir einen Freund, den wir vor Jahren kennenlernten, der eine tolle Frau geheiratet hat, die zur Freundin wurde, der nun Vater ist und Hausbesitzer. Ich liebe es das verändernde Leben von Menschen beobachten zu dürfen und bin dankbar für diesen schönen Nachmittag bei unseren Freunden, die unser Leben bereichern und unsern Horizont erweitern.P1100072 (2)

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Schwestern

3Wir haben unzählige Geburtstage, Weihnachtsfeste, Familienfeste miteinander gefeiert, wir haben gestritten und uns wieder vertragen, wir konnten uns nicht ausstehen und haben uns vermisst, wir haben miteinander gelacht und sind uns auf den Keks gegangen. Wir sind nicht von derselben Mutter geboren, von demselben Vater gezeugt, wir sind keine Blutsgeschwister, aber Schwestern. Uns verbindet das Gefühl verlassen worden zu sein und Heimat gefunden zu haben. Wir telefonieren nicht täglich und sehen uns nur selten, aber wenn wir uns sehen, dann denken wir so gleich und fühlen doch so unterschiedlich. Meine Schwester wäre nie meine Schwester geworden, wenn wir nicht verlassen worden wären. Traurige Umstände haben manchmal auch schöne Seiten, sie ist eine davon. Ich bin dankbar für ihre Meinung, ihr Lachen, ihr Leben. Ich bin dankbar, dass es sie gibt und dass wir uns heute gesehen haben.

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nicht deckeln

Bevor ich mit meiner Großen schwanger wurde, arbeitete ich in einer Sportklinik. Natürlich viele Sportler mit vielen Sportverletzungen. Nach den verschiedenen OPs bekamen die Patienten eine Art Fahrplan mit nach Hause wie die entsprechende Verletzung am besten heilen kann. Es kamen immer wieder Patienten frustriert zurück mit Beschwerden, Schwellungen… Grund: „Es hat echt nicht wehgetan, da hab ich früher mit der Belastung angefangen wie auf dem Zettel steht.“ „Das sah alles so gut aus, da hab ich früher mit dem Training wieder begonnen.“ Dem Körper keine Zeit lassen, die Ruhe, die er braucht um zu heilen, zu regenerieren. Mein Mann hat seit gestern Urlaub, wir sind zu Besuch bei meiner Mutter und ohne große Vorwarnung bin ich voll platt. Glieder-, Hals-, Kopfschmerzen, rote Nase, tränende Augen – ganz ehrlich, ich hatte meinem Mann echt ne attraktivere Reisbegleitung gewünscht. Zur Nachmittagsaktivität wandern die 5 raus und ich ins Bett. Frustriert bin ich, schon wieder kränkeln?P1100036 (2) Das tut mein Körper gefühlt dauernd und immer wieder. Grund: Mit Tabletten deckel ich das Gröbste, weils gehen soll. Aber heute Nachmittag habe ich Ruhe, Schlaf, Kopf über ner dampfenden Schüssel, viel Tee mit Honig und ohne Tabletten fühle ich mich heute Abend schon wieder so viel besser. Die alten Hausmittel sind nicht veraltet, sondern bewährt, weil sie nicht Symptome beseitigen, sondern dem Körper Zeit geben, die er braucht um zu regenerieren. Für diesen Nachmittag bin ich sehr dankbar.

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nicht unabhängig

Heute bin ich dankbar für eine Karte die ich heuteP1100024 (2) bekam und 2 weiteren aus den vergangenen Wochen. Warum? Diesen Blog begann ich voll euphorisch und motiviert ohne darüber nachzudenken wie es ist persönliche Gedanken öffentlich zu machen. Und ich begann mit dem Gedanken, wenn das keiner liest macht das auch nichts. Aber ich gebe zu, dass das nicht ehrlich ist, denn mittlerweile freue ich mich über jeden like, über jedes Kommentar, weil es mir das Gefühl gibt mit manchen Gedanken bin ich nicht alleine und weil es mir das Gefühl gibt, dass dieser Blog Sinn macht. Nicht nur für mich, sondern auch für andere. Und immer mal wieder, auch gestern Abend sitze ich vor meinem Laptop und denke, wie ich auf die Idee komme, dass meine Dankesgründe irgendjemanden interessieren könnten, weil mein Leben so total unspektakulär ist, so 0815 und Otto normal. Und ein bisschen fühl ich mich dann schlecht. Was mich dann auch wieder ärgert, weil ich doch voll gerne schreibe, weil ich noch an keinem Tag dachte: „Oh Mann, auch noch schreiben.“ Nein, ich freu mich richtig darauf zu schreiben. Es macht unfassbar Spaß und das hätte ich gar nicht erwartet. Und weil es so Spaß macht und meinen Tag so bereichert – dieser neue bewusste Blick auf mein Leben, könnte ich doch total unabhängig sein von Lesern oder Nichtlesern. Bin ich aber nicht, wenn ich ganz ehrlich bin und deshalb bin ich heute besonders dankbar für eine Karte, die mir mein Mann heute von einer lieben Bekannten gab und die mich in meinem Blogprojekt ermutigt. Es war eine schöne Ermutigung auf meine gestrigen Unsicherheiten, dafür bin ich dankbar.

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Insel

Wie ein aufgescheuchtes Huhn lief ich heute Morgen durch meine Wohnung, mal hier, mal dort, flatterhaft. Verbreitete eine total unnötige Hektik in einem total unnötigen Ton. Meine Familie? Sie trägts mit Fassung. Nur beim Abendbrottisch sagte meine Tochter vorwurfsvoll: „Heute Morgen warst du nicht sehr nett.“ Es ist manchmal so süß welch milde Worte sie zur Beschreibung von Situationen findet. Aber keine Sorge, sie kann sich auch deutlicher ausdrücken. Heute Abend fand sie mich in einer Stimmung vor, in der sie das Gefühl hatte sagen zu können was sie stört. Was ist zwischen heute Morgen und heute Abend mit mir passiert? Nichts ist passiert. Ein ganz bewußtes Nichtspassieren. Heute Nachmittag hatte ich Zeit zur freien Verfügung und ich hätte alles mögliche machen können und machte nichts und das bewirkte so viel. Stille. Ich legte mein Handy weit weg, damit ich auch nicht durchs Aufleuchten beim Empfangen einer Nachricht gestört wurde, Telefon lautlos, keine Musik, kein Laptop -Funkstille. Keine Zeitschriften, Bücher, keine neuen Eindrücke. Nur mein Milchkaffee, mein Gedankenbuch und eine Stunde dafür reservierte Zeit. Wunderbare Stille, die Insel auf die ich mich immer wieder zurückziehe, wenn mir die Welt zu unruhig wird mit all ihren Bewohnern und Geschichten, Farben, Formen und Tönen. Und dankbar für diese Zeit, kehrte ich in meinen Alltag zurück und bin wieder offen für die Welt mit ihren Bewohnern und Geschichten, Farben, Formen und Tönen, die mein Leben so bereichern.20150218_151338 (2)

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versorgt

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Eingangstür von unserem Zahnarzt

Zum Zahnarzt zu gehen ist für mich kein Problem, denn ich habe einen sehr netten und kompetenten Zahnarzt, der ein super freundliches Team hat und praktisch keine Wartezeiten. Und mein heutiger Beitrag ist mein, eigentlich so banaler, Zahnarztbesuch. Und vielleicht würde ich ihn als gar nicht so dankenswert empfinden, wenn ich nicht vor einiger Zeit einen Bericht gesehen hätte. Ich schaltete dazu und bekam deshalb den Anfang nicht mit. Man sah nur unglaublich viele Menschen in einer (gefühlt) ewig langen Schlange in der Kälte stehen vor einem großen Fabrikgebäude. Die Berichterstatterin erklärte, dass die Leute ab morgens um 4 Uhr sich anstellen um eine heißbegehrte Nummer gegen 7 Uhr zu bekommen. Im Fabrikgebäude sind ausrangierte Zahnarztstühle, Liegen und viele gespendete Zahnarztutensilien und -instrumente. Vor der Halle halten sich mehrere Eisbeutel auf die Wangen oder haben gar keine Zähne mehr oder nur noch klägliche Überreste. Es sind auch Eltern mit ihren Kindern da. Ein Bild, das nicht mehr aus meinem Kopf, aus meiner Seele verschwindet, weil Leid nicht verschwindet. Und ich versuche während des Beitrages herauszubekommen in welch armen Land das wohl sein mag. Und normalerweise umgehe ich solche Berichte, weil mir mein eigener Luxus dann so unverschämt vorkommt. Aber ich war neugierig um welches Land es sich handelt. Es war eine Stadt in Amerika. Die Unversicherten, die sich eine Zahnbehandlung nicht leisten können und hierher kommen, wo Zahnärzte ehrenamtlich vor Öffnung ihrer Praxen, vor ihren Diensten in den Kliniken oder schon im Ruhestand, helfen. Arbeiten um zu helfen. Manche bekamen keine Nummer mehr, das bedeutete auch keine Zahnbehandlung. Ich war heute beim Zahnarzt. Ich hatte einen Termin. Nein, ich hatte keine Schmerzen, nein, auch keine anderen Beschwerden. Ich hatte meinen Prophylaxetermin, den ich alle paar Monate habe und in dem es darum geht, meine Zähne und das Zahnfleisch zu beobachten, damit ich keine Schmerzen, keine Beschwerden bekomme. Was für ein Privileg so gut versorgt zu sein und dafür bin ich dankbar.

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