
Das Bild hat mir heute eine liebe Freundin geschickt. So schön und passend für diesen Beitrag.
„…und Lotta bekam ein wohlig warmes Gefühl im Bauch – vor Freude“. Auf der Rückfahrt drückt die Kinder-CD aus, was ich auf der Hinfahrt empfunden habe. Nur einen Augenblick, aber der war so intensiv und real, so nah bei Gott. Es war das Gefühl (irgendwie ist es seltsam darüber zu bloggen, aber dafür bin ich heute am dankbarsten), das Gefühl der Gewissheit, dass dieses Leben irgendwann endet und dann ganz nah bei Gott weitergeht? neu anfängt? Wie ich das jetzt ausdrücken soll, weiß ich nicht, aber diese Realität bleibt. Es ist keine Todessehnsucht oder aus nem Frust: hier ist sowieso alles doof. Nein, gar nicht – es ist so etwas wie heilige Vorfreude. Angenehme Vorfreude und das ist so so so selten. Aber wie eine Liedzeile beschreibt: > Freude, die von innen kommt.< Es gibt ja die unterschiedlichsten Vorstellungen und Beschreibungen vom Himmel. Ich habe mich damit noch nie so genau auseinander gesetzt, weil ich mich auf eines freue: ganz nah bei Gott sein und alles, was ich bis jetzt nur glauben und nicht erklären kann, ist dann Tatsache. Das klingt schon echt unglaublich. Aber der Moment war heute so echt, die Gegenwart Gottes, die Realität des Glaubens – mitten im Alltag, einfach so. Einfach toll!!
Das Wochenende liegt hinter mir, hinter uns. Und ich bin für diese gesamte Zeit so dankbar. Ich weiß nicht, ob es daran liegt, dass meine Jüngste knapp 2 1/2 Jahre ist, ich nicht noch ein Baby habe oder schwanger bin, wie bei den anderen beiden und das Gefühl habe: es kehrt Kraft zurück. Vor nicht all zu langer Zeit stand ich Wochenenden sehr negativ gegenüber, wenn ich wusste, dass mein Mann weg sein würde. Er arbeitet zwar auch an den Wochenenden, aber er kommt zum Essen heim und er ist erreichbar. In seinen weg-sein-Zeiten war ich oft genervt und frustriert. Dieses Wochenende war er auch weg und: ladiestime. Ich habe es so mit meinen Mädels genossen. Wir haben es uns schön gemacht. Ich war so dankbar, dass ich am Samstag von einer befreundeten Familie das Auto leihen konnte und wir unterwegs waren. Viele liebe Leute treffen. Ihr dürft jetzt nicht denken, ich war dauerhaft gut gelaunt und hüpfe trällernd durch die Wohnung. Aber meine innere Bereitschaft hat sich verändert. Das was ich nicht ändern kann annehmen und dann versuchen für mich so gut wie es geht zu gestalten. Ich habe mir sofort Vorwürfe gemacht, dass ich das nicht eher schon in mir versucht habe zu verändern. Aber ich muss sagen: es ist eine andere Zeit, eine neue Zeit. Meine Kinder sind noch nicht groß, aber größer. Im Auto kann mir selbst meine 2 jährige verklickern, dass sie Hunger hat ohne einfach nur zu weinen. Dieses hilflose Weinen von meinen Babys hat mich auch immer ganz hilflos gemacht. Ein volles schönes Wochenende liegt hinter mir, für das ich sehr dankbar bin. Es war ladiestime. Es war schön.
Heute bin ich dankbar, ja das klingt komisch, fürs Nachdenken. Ich mag das, wenn es über meinen Tellerrand hinaus geht, wenn ich (und alles waren nur super kurze Begegnungen) durch andere ins Nachdenken gebracht werde und dann in meinem Alltag auf andere Gedanken komme und das alltägliche Leben wieder an Wert gewinnt.

Eines schätze ich sehr und bin jedes Mal gespannt, wenn ich bei einer Veranstaltung war, in der ich von meinen „Erfahrungen“ mit Dankbarkeit als Lebensstil erzählen darf. Ich bin gespannt, mit wem ich danach noch ins Gespräch komme. Denn ich lerne so gerne von anderen Menschen und rede deshalb auch so gerne mit anderen Menschen. Gestern hat sich spontan, schon beim Verabschieden ein kurzes Gespräch mit einer jungen Frau ergeben, dass mich heute noch nachdenken lässt, dankend nachdenken lässt. Denn ohne dass sie es weiß, hat sie mir wertvolle Impulse weitergegeben. Sie ist Studentin und hat eine Tochter. Und das schon ein paar Jahre. Sie erwähnt nicht mit einer Silbe, dass sie es schwerer hat, wie andere Studenten oder andere in ihrem Alter, die kein Kind haben. Sie wirkt fröhlich und motiviert und zielstrebig. Nach der Uni sorgt sie für ihre Tochter, kontrolliert Hausaufgaben, macht Ausflüge, organisiert den Kindergeburtstag, bringt ins Bett, spielt Spiele, prägt, erzieht, liebt ihr Kind. Wenn abends das Licht ausgeht holt sie ihre Unisachen noch einmal raus und lernt, jetzt, wenn ihre Tochter schon schläft. Es fasziniert, inspiriert und motiviert mich. Denn sie kann wahrscheinlich nicht auf jede ihrer eigenen Gefühlregungen Rücksicht nehmen. Durch manches muss sie einfach durch. Sonst hätte sie es sicher nicht schon bis hierher im Studium geschafft. Heute bin ich dankbar für ihren Mut, ihre Ausdauer, ihr Vorbild-ja, das ist sie für mich ein Vorbild, dass ich als kurzes Streiflicht erleben durfte. Und für diese Begegnung bin ich auch heute noch sehr dankbar!
Es hat mich heute so dankbar gemacht mit Katrin zu proben. Auch wenn ich nicht besonders musikalisch bin, kann ich Musik sehr genießen. Und Katrin ist so begabt!!! …und flexibel. „Kannst du da etwas leiser spielen? Ja da vielleicht ruhiger oder doch besser schneller?“ Und was macht sie? Sie lässt ihre Finger über die Tasten tanzen und zaubert eine Melodie, ohne Noten. Irgendwo in ihrem Kopf (oder wohnen diese Noten doch eher in ihrer Seele?) sind viele Melodien und diese hat sie heute heraus geholt. Ich finde das so schön. Und obwohl wir aufgeregt sind, konnten wir unsere Probe für Freitag genießen. Ich finde sie auch über ihr Klavierspiel hinaus so eine tolle Frau. Ich mag sie unheimlich gern als Mama im Umgang mit ihren Kindern. Sie hat ein anderes inneres Standing als Mama wie ich. Das tut mir gut, inspiriert mich, schenkt mir neue Blickwinkel… Die Zeit mit ihr heute war so wertvoll für mich!

Ich habe Freundinnen, die sind glücklich verheiratet und brauchten nie Unterstützung, Hilfe, Beratung. Heute habe ich endlich eine Dankeskarte geschrieben an ein Ehepaar, dass ich zufällig vor ein paar Wochen nach ca. 10 Jahren wieder getroffen habe. Vor ca. 14 Jahren saßen mein Mann und ich in unserer ersten gemeinsamen Wohnung am Küchentisch, sahen uns an und dachten: „Es war ein Fehler. Es war ein Fehler diesen Mann/Frau geheiratet zu haben. Es war ein Fehler nach jahrelanger Fernbeziehung zu glauben, dass unsere Liebe den Alltagstest besteht.“ Wir waren enttäuscht voneinander, von unserer Ehe, von unserm gemeinsamen Alltag. Mein Mann kam dann auf die Idee zu diesem Ehepaar zu gehen, dass schon lange verheiratet war, glücklich wirkte und bei ihnen Hilfe zu suchen. Eine der besten Entscheidungen unseres gemeinsamen Lebens. Wir redeten, hörten uns zu, weil sich gleich rechtfertigen in so einer Konstellation nicht drin ist. Und im Zuhören wuchs das Verständnis füreinander und auch die Liebe zueinander. Ich habe damals so viel gelernt, habe zum ersten Mal Themen wie Ursprungsfamilie und Prägung gehört. Wo kam ich her, wo kam mein Mann her und aus diesen Vergangenheiten brachte jeder von uns schon mal voll das Paket mit. Wie gehe ich in Wut mit dem anderen um? Ich musste lernen nicht alles auszusprechen, was ich so denke, wenn ich wütend und verletzt bin und das ist bis heute so, weil ich ausgesprochenes nicht mehr ungeschehen machen kann. Selbst wenn ich mich danach entschuldige. Ach, das waren ein paar sehr wertvolle Abende, die bis heute noch gute Auswirkungen in unsere Ehe haben. Und ich habe gelernt, dass ich mich nicht dafür schämen muss, wenn ich nicht mehr weiter komme, sondern, dass Hilflosigkeit eingestehen und Hilfe suchen so glücklich machen kann. Heute bin ich dankbar für das Ehepaar, dass uns unterstützt hat, dass wir uns damals nicht aufgegeben haben und auch in den Krisen danach nicht. Denn unsere Liebe ist auch für den Alltag gemacht.
Ca.770 000 unbearbeitete Flüchtlingsanträge liegen auf den Schreibtischen deutscher Behörden, meldet unsere Tageszeitung. In den Zeitungen und Nachrichten sieht man Menschen, wie sie kommen aus den Ländern, die sie einmal Heimat nannten, auf der Flucht in eine bessere Zukunft. Am 50.Geburtstag meiner Freundin hielt diese eine kleine Rede, gab uns Einblick in das was sie denkt: „Ich hoffe, dass wir uns nie an diese Flüchtlingsströme gewöhnen werden, sondern, dass sie in uns etwas bewegen, das uns in Bewegung setzt.“ Ich , ich ringe manchmal fast darum, dass ich mich an die Bilder gewöhne, dass sie in mir nichts in Bewegung setzen. Weil ich ein Zuhause habe, weil ich heute wieder alles an Lebensmitteln kaufen konnte, was wir brauchten und einen Schreibtischstuhl. Weil ich meine Familie um mich habe und mir nicht vorstellen kann, was eine Mutter empfindet, wenn sie ihre 16 jährige Tochter auf den Weg schickt in der Hoffnung, dass sie es besser haben wird. Ich will mich daran gewöhnen, weil ich manchmal angesichts der Bilder und Nachrichten hoffnungslos werde, es mich lähmt, Hilflosigkeit und Mutlosigkeit sich breit macht. Was kann ich für diese Menschen tun? Heute konnte ich den Zauberfaden (www.der-zauberfaden.de) besuchen. Eine Organisation, die Flüchtlingen eine Arbeit gibt, unterstützt wie und wo es nur geht. Zauberfaden…aus Reststoffen wird etwas Neues gefertigt. Perspektivlosigkeit in Zukunftsmusik verwandelt. Nein, der Zauberfaden kann nicht zaubern. Sie können nicht die Welt retten, obwohl die Initiatoren Sükriye Döker und Klaus Österle das bestimmt gerne täten. Aber während ich einen jungen Mann bei seiner Arbeit beobachte, höre ich leise Klänge, die er Kaugummi kauend vor sich hin summt. Sie sind mir fremd, erzählen von Geschichten, die ich nicht kenne, von Melodien, die ich noch nie gehört haben. Aber sie klingen hoffnungsvoll nach Zukunftsmusik. Zauberfaden bricht es für mich runter. Da sind nicht mehr Flüchtlingsströme, sondern Gesichter, Stimmen, Hände…jeder mit seiner ganz eigenen Geschichte. Es ist nicht mehr die Masse, sondern der Einzelne. Hier sind Einzelne, die für Einzelne den Unterschied machen. Vielleicht waren diese Hände auch einmal Teil eines Flüchtlingsstroms, einer scheinbar anonymen Masse, die sich aus Angst und mit Hoffnung auf den Weg gemacht hat. Ich bin so dankbar, dass ich diese Hände heute bei der Arbeit beobachten durfte, dankbar Zeuge seines Liedes zu sein und dankbar für Menschen, wie Sükriye, Klaus und viele ehrenamtliche Helfer, die einen Unterschied machen. Sie brauchen unsere Unterstützung…
Mich hat mal eine Bekannte gefragt, wo ich all die tollen Frauen kennen lernen würde, die mein Leben so bereichern. Ich glaube, dass ich ganz normale Frauen kenne. Frauen, die Stärken, Lebenserfahrung haben und Schwächen und Grenzen, so wie jeder Mensch. Aber ich konzentriere mich meistens auf das, was ich von dieser Frau lernen kann. Das sind nicht immer Freundinnen. Ich habe es auch nach jedem meiner Vorträge sehr geschätzt mit völlig fremden Menschen ins Gespräch zu kommen, weil es so viele tolle Menschen gibt, die nicht einfach nur Lebenserfahrungen machen, sondern die durch Reflektion und Auswertung an Weisheit gewinnen. Und von solchen Gesprächen profitiere ich dann. Heute waren meine Großen bei einem Faschingsnachmittag in einer anderen Gemeinde (Kirche) und mit meiner Kleinsten habe ich in der Zeit eine Freundin besucht. Und ich habe mich so auf diesen Nachmittag gefreut, weil sie auch schon viele Erfahrungen gesammelt, reflektiert und ausgewertet hat. Und ich habe das Gespräch mit ihr so genossen. Für ihre Weisheit und ihre Ermutigung heute bin ich sehr dankbar.
Heute ist meine Freundin mit ihren beiden Töchtern wieder abgereist. Für eine Nacht waren sie hier. Wofür ich dankbar bin? Nicht nur für die schöne Zeit, die wir zu 7. hier hatten, sondern, dass das überhaupt für mich möglich war. Vor ca. einem Jahr hätte ich nie und nimmer Lust auf Übernachtungsbesuch gehabt. Es wäre mir schlicht weg viel zu anstrengend gewesen, egal, wie gern ich die betreffende Person hatte. Ich habe im ersten Jahr, als meine Jüngste geboren war, abends niemanden privat getroffen, habe kaum Telefonate geführt und bin damit nicht bei allen auf Verständnis gestoßen. Aber ich für mich habe gemerkt, dass auch schöne Dinge anstrengend sind und so habe ich solche Treffen nicht ausgemacht. Und jetzt, da meine Kleinste seit 4 Monaten 2 Jahre alt ist, merke ich wieder, wie so etwas wie Ressourcen zurück kehren, merke ich, dass ich gedanklich über den Teller hinaus blicken kann. Und spüre wieder- ganz viel in meinem Leben läuft phasenweise ab. Gute Phasen, schlechte Phasen, anstrengende Phasen…Das erinnert mich voll an die Sätze aus dem Buch Prediger: „Alles hat seine Zeit…“ Und wenn mir eines schwer fällt ist es, diese Zeiten in denen ich mich kraftlos und dauermüde und fertig fühle zu akzeptieren. Nicht zu vergleichen mit dem Gedanken: >Andere bekommen das doch auch hin.< Zu mir stehen: >Ich bekomme es aber nicht hin.< Das ist weder gut noch schlecht, das ist einfach so. Und weil mir das in den letzten Jahren so bewusst war und ich so lernen muss, mich einfach vor mir, so wie ich bin, stehen zu lassen, vielleicht nehme ich deshalb so bewusst war, dass jetzt vielleicht wieder eine Phase beginnt, in der ich wieder mehr Lust habe auf Kontakte, Gespräche usw. und bin dafür dankbar.
Wenn ich Gott für eines sehr sehr dankbar bin in meinem Leben, dann sind es die Menschen, die er mir in mein Leben schenkt. Menschen, die mir zu Vorbildern werden, Menschen, die mein Leben bereichern, Menschen… Heute feiere ich einen solchen Menschen. 50 Jahre ist sie geworden und ich konnts nicht so richtig glauben, ich dachte sie wird 43 oder so. Und diese Feier war so schön!!! Es war so schön keinen einzigen sarkastischen Spruch über das Alter zu hören, kein: ich bin 49 plus 1, kein: jetzt habe ich wahrscheinlich schon über die Hälfte meines Lebens hinter mir. Ich bin kein Freund solcher Sprüche. Sie hat ihren 50. Geburtstag gefeiert, weil sie feiert, was sie bis jetzt schon alles erlebt, gelernt und gefeiert hat. Weil sie dankbar ist für das, was hinter liegt und weil sie neugierig ist auf das, was vor ihr liegt. Sie hat sich selbstständig gemacht und es liegt so viel erfolgversprechendes in ihr, das sie nicht brach liegen lässt mit dem Satz: „Nee, dafür bin ich schon zu alt.“ Sondern: „Jetzt bin ich dafür bereit.“ Ich schätze ihren drive, ihre Motivation, ihr Engagement. Und ich mag, dass sie nicht die Perfekte ist. Nein, sie kennt ihre Schwächen, benennt sie, bejaht sie und manchmal kämpft sie auch mit ihnen. Sie ist so nahbar, so echt und dadurch so inspirierend. Sie lässt uns mit ein paar Worten an ihren Gedanken teilhaben und sagt: „Was wäre ich ohne meine Freundinnen.“ Und ich denke: „Was wären wir ohne sie.“ Sie ist eine Gebenentdeckerin, eine Mutmacherin, eine Rückenstärkerin, eine besondere Frau. Happy Birthday, ich bin dankbar, dass es dich gibt.
Es gibt Nachrichten, die beunruhigen einen, die verunsichern, die mag man nicht. Und sie sind laut! In solchen Situationen, in denen ich mir wünschte Gott mehr vertrauen zu können, da bleibt Gottes Stimme leise. Warum eigentlich? Warum ruft mir Gott seine Ermutigungen nicht lauter zu als die verunsichernden Stimmen sind? Wieso bleibt er genauso leise? Heute bin ich dankbar, dass ich in der Stille am Morgen Gottes Wort gelesen habe. Denn das war heute ausschließlich seine Stimme. Und ich habe mich an seinem Wort festgehalten, mir diesen Bibelvers immer und immer wieder gesagt und mit meinen Worten gefüllt. Es war ein festhalten. Einfach festhalten an Gottes Wort. Und das Vertrauen, dass Gott aus Worten Realität werden lässt. Daran halte ich mich fest.
Schon als wir geheiratet haben, hatten wir die Idee, dass wir irgendwann einmal eine Lebensgemeinschaft gründen wollen oder irgendwann zu einer dazu ziehen wollen. Ich dachte: ich kann das. Ich bin weltoffen, grenzenlos und flexibel. Über all die Jahre und an immer neuen Schnittstellen, haben mein Mann und ich uns gefragt, ist jetzt so ne Lebensgemeinschaft drin? Ergibt sich so etwas, sollen wir es planen? Bis jetzt sind alle Ideen nicht zustande gekommen. Es hat sich aber über die Jahre ergeben, dass immer mal wieder jemand für eine Übergangszeit bei uns gewohnt hat. Und ich stellte für mich fest: Ja, ich bin weltoffen. Solange, wie es um meine Welt geht und um meine Weltanschauungen. Ja, ich bin grenzenlos. Solange ich mich nicht eingeengt fühle und man meine unsichtbaren Grenzen respektiert werden. Ja, ich bin flexibel. Solange, wie man keine Spontanität von mir erwartet. Ich lernte mich immer besser kennen in diesen verschiedenen Lebenssituationen und stellte fest: ich bin ganz schön kompliziert. Meine Frage bleibt: Gibt es bestimmte Menschen, die sich für solche Lebensgemeinschaftsprojekte eignen und manche nicht oder kann man das lernen? Denn nach wie vor stelle ich mir das sehr bereichernd vor – auch Generationen übergreifend. Ich gehe einkaufen, du zeigst mir das Häkelmuster. Ich putze deine Wohnung, dafür kümmerst du dich um die Blumenbeete… Vielleicht etwas idealisiert. Aber nach wie vor fände ich das spannend. Seit 3 Tagen hänge ich hier mehr oder weniger rum. Meine Töchter heute mit mir, weil wir alle nicht so fit sind. Und zwischendrin Julia, unsere Mitbewohnerin. Nach über einem Jahr fühle ich mich nach wie vor zu Hause, freue mich, dass sie bei uns wohnt. Und weil ich nicht so weltoffen, grenzenlos und flexibel bin, wie ich früher dachte, ist das nach wie vor ein Alltagswunder für mich. Heute bin ich dankbar, dass unser kleines Wohnarrangement so gut funktioniert.
Der Tag war so was von nicht rund. Das lag an äußeren und inneren Faktoren. Und ich neige an diesen Tagen dazu zu übertreiben und zu pauschalisieren. Das bedeutet ich habe das Gefühl alle anderen haben es besser als ich und alle anderen bekommen ihr Leben besser auf die Reihe. Und vor gar nicht allzu langer Zeit wäre ich total frustriert und als Komplettversagerin, in meinem Gehirn ins Bett gegangen. Und deshalb liebe ich meine mir so hilfreich und guttuenden Gewohnheit nachzugehen: wofür bin ich an diesem Tag dankbar. Und das schöne ist, dass ich mir diese Frage durch diese Gewohnheit nicht erst abends stelle, sondern, dass sie den ganzen Tag ganz unbewusst ein Dauerbrenner in meinem Kopf ist. Und so rede ich abends nochmal ganz bewusst mit Gott und schildere ihm, wie ich den ganzen Tag so fand und komme aber automatisch immer wieder zu den Dankesmomenten: Das Mittagsschläfchen meiner Jüngsten und dass sie danach so viel besser drauf war. Wie der Wind um den Kopf gepustet ist, das tat gut. In der Bücherei habe ich eine liebe Bekannte getroffen und wir kamen gleich auf Schulthemen und ich bin dankbar, dass manche Dinge nicht nur mir Probleme bereiten, sondern, dass es Menschen gibt, mit denen ich das teilen kann. Auf dem Spielplatz ist meine Mittlere in alle Höhen geklettert und meine Große ist viel vorsichtiger und hat sich das lange gar nicht zugetraut und heute ist sie auch bis nach oben gekommen. Und ich bin dankbar, dass ich drei gesunde Kinder habe, denen ich ihr Tempo lassen muss. Und das Druck bei keinem meiner Töchter etwas bringt. Und wir haben schon Frühlingsvorboten unterwegs gepflückt…Der Tag fühlt sich nicht gut an, aber heute suche diese kleinen Dankesmomente, die ich hier festhalten darf und auch wenn heute das Große und Ganze nicht rund war und ich mich nicht so fühle, bin ich für die vielen Kleinigkeiten dankbar.
Heute hatte ich viele schöne Begegnungen mit lauter Mamas. Das besondere für mich war, dass ich alle Mamas schon ohne Kinder kannte und sie schon länger nicht mehr gesehen hatte. Und in all unseren Unterschieden verbindet uns das Mama sein. Eine Mama, die erst seit 4 Wochen Mama ist, und alles was sie erzählt kann ich so gut nachvollziehen. Eine Mama, die seit einem halben Jahr das dritte hat und sagt: „Das was ich will ist: Schlaf.“ Eine Mama, deren Tochter ins schwierige Alter kommt und die Hilflosigkeit spürt und ich denke: „Das steht mir noch bevor.“ Wir sind Mamas, das verbindet uns, scheint in aller Unterschiedlichkeit unsere Gemeinsamkeit zu sein. Wir machen uns Sorgen um unsere Kinder, wir lachen mit unseren Kindern, wir ärgern uns über unsere Kinder, wir lieben unsere Kinder, wir hören zu, wir trösten, wir versorgen, umsorgen und sind auch mal genervt. Kommen an unsere Grenzen oder platzen voller Stolz. Und dazwischen liegen 45 Sekunden. Wir würden für unsere Kinder so ziemlich alles tun und nichts auslassen, um sie stark zu machen für das Leben in dieser Welt. Und dabei geben wir unser Bestes, das nie auszureichen scheint… Heute bin ich dankbar für all diese Mamas, für die schönen Begegnungen heute, für unsere Aufgabe und unsere Berufung: Mama sein. Viel Kraft und Freude für die nächste Woche, ihr lieben Mamas. Und mit Humor in die kommende Woche: > Erziehungsstil ist das, was passiert, während man daran scheitert, ein Vorbild zu sein.<